WILLI sagt ... gesammelte Werke

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Dezember 2007

Stasi 2.0 - Sicherheit um jeden Preis?

In den Jahren 2002 und 2003 wurde die Tabaksteuer um jeweils 1 Cent pro Zigarette erhöht, um das sogenannte Anti-Terror-Paket zu finanzieren. Inzwischen gehen etwa 76,7 Prozent pro Zigarettenschachtel an den Staat. [1] Und der Bundesminister des Innern Wolfgang Schäuble (CDU) hat viele Ideen, wie man das Geld einsetzen kann. Das reicht von Ausweisen mit biometrischen Daten bis hin zur vorsorglichen Speicherung von persönlichen Daten deutscher Bürger bei den verschiedensten Aktivitäten (einkaufen, reisen, surfen, telefonieren). Schäuble, der 1990 selbst Opfer eines Attentats während einer Wahlkampfveranstaltung geworden war, scheint vom einem Trauma in den Bann gezogen worden zu sein. Seine Vision “Grundrecht auf Sicherheit” könnte in einen Überwachungs- und Präventivstaat der zweiten Generation ausufern. In einem Spiegel-Interview sprach er sich sogar für ein Internierungslager für sogenannte “Gefährder” aus [2]. Mittlerweile hat sich bezüglich Schäubles Sicherheitspolitik der Begriff Stasi 2.0, in Anlehnung an das Ministerium für Sicherheit der DDR und das Web 2.0, unter Datenschützern verbreitet [3]. Das Schäubles Visionen bereits in der Praxis Umsetzung finden, zeigen immer öfter haarsträubende Meldungen in dem Medien. So wurde bekannt, dass die Polizei in Deutschland bereits eine Software einsetzt, die es erlaubt auch vermeintlich abgeschaltete Handys als Wanze zu benutzen. Ein Sprecher des Bundeskriminalamts bestätigte laut “Spiegel” diese Fähigkeiten, die derzeit jedoch keine Anwendung findet. Dagegen räumten mehrere Landeskriminalämter ein, diese Technik zu kennen und auch zu nutzen [4].

[1] Tabaksteuer Deutschland, de.wikipedia.org
[2] Wolfgang Schäuble in einem Spiegel-Interview vom 07.07.2007
[3] Wolfgang Schäuble, de.wikipedia.org
[4] ddp-Meldung vom 14.07.2007, bezugnehmend auf einen Spiegel-Bericht


November 2007

Mangelhafter Datenschutz bei der Sparkasse

Mit „Kundennähe ist bei uns kein Zufall, sondern Absicht.“ [1.03] bewirbt die Sparkasse in Deutschland ihren Service und ihre Dienstleistungen. Betrachtet man diesen Slogan etwas tiefsinniger, hat die Aussage aber irgendwie etwas beängstigendes. Nicht etwa weil das Bankgeheimnis wegen „zwingender nationaler Rechtsvorschriften“ - natürlich nur in Ausnahmefällen - nahezu bedeutungslos geworden ist, sondern weil vielmehr auch der Schutz der persönlichen Daten in Gefahr ist. Das Versprechen der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (mbs) in Potsdam an den Kunden und Nutzer des Online-Angebotes: „Zweckbindung der Nutzung und Weitergabe persönlicher Daten. Ihre persönlichen Daten werden nur zu dem Zweck verwendet, für den Sie uns diese Daten überlassen haben bzw. für deren Nutzung und Weitergabe Sie Ihr Einverständnis gegeben haben.“. [1.04] In der Realität kann das aber auch ganz anders aussehen. So werden die persönlichen Daten eines Verbrauchers, der schon seit einigen Jahren nicht mehr Kunde bei der Sparkasse ist, für eine verkappte Werbeaktion missbraucht. Dabei muss dieser Verbraucher nicht einmal überhaupt irgendwann am Online-Banking teilgenommen und schon gar nicht seine persönliche Daten dafür preisgegeben haben. Via Post kommt ein Schreiben ins Haus mit Hinweis auf „Neue Bedingungen für das Online-Banking“, in der Anlage die Allgemeinen und Besonderen Bedingungen für das Online-Banking (Stand 12/2006) - übrigens ohne Hinweise auf den gesetzlich verbrieften Datenschutz. Als Anlage eine knallrote Werbepostkarte mit Hinweis auf „Zuckersüße ExtraZinsen“ bei Abschluss eines Sparbriefes bei 6-monatiger Laufzeit... und ein gelber Smile mit Zucker gefüllt. Mit Speck fängt man Mäuse. Doch von willi4u bekommt die mbs dafür nur die rote Karte.

[1.03] Internetauftritt der Mittelbrandenburgischen Sparkasse, „Über uns“
[1.04] Internetauftritt der Mittelbrandenburgischen Sparkasse, „Datenschutz“


Oktober 2007

Alte Köpfe regieren für Deutschland

Christian von Boetticher (Schleswig-Holsteins Umweltminister, CDU, 36), Roland Wöller (Sachsens Umweltminister, CDU, 37), Tanja Gönner (Baden-Württembergs Umweltministerin, CDU, 38), Silke Lautenschläger (Hessens Sozialministerin, CDU, 39) und Jörg Dräger (Hamburgs Wissenschaftssenator, parteilos, 39). Nur fünf von 170 Kabinettsmitglieder in Bund und Ländern sind jünger als 40 Jahre. Die SPD hat laut „Capital“ [1.02] gar keinen Regierungspolitiker unter 40 im Rennen. Die Bundesregierung liegt bei knapp 57 Jahren und ist nach „Capital“-Recherchen gut vier Jahre älter als die Vorstände der 30 Dax-Konzerne, die im Durchschnitt 53 Jahre alt sind. Zum Vergleich: In der Ära Kohl lag das Durchschnittsalter in der Bundesregierung noch bei 52 Jahren, zu Schmidts Zeiten sogar nur bei 47. Dabei wäre es mal Zeit für einen radikalen „Reifenwechsel“ in der deutschen Regierung, damit alte Seilschaften fallen und Platz für neue, frische Ideen gemacht wird. Doch der Nachwuchs muss ersteinmal gefunden werden, vielleicht gibt es künftig auch eine Greencard für Politiker? Aber eine Anhebung des Rentenalters ist ja allemal noch drin.

[1.02] Wirtschaftsmagazin „Capital“ (Ausgabe 22/2007, ET: 11.10.2007)

 

Oktober 2007

Bahn frei für neue Ideen

Mehr als die Hälfte der Deutschen (57 Prozent) hat Verständnis dafür, dass die Lokführer streiken wollen, um einen eigenständigen Tarifvertrag und Lohnerhöhungen durchzusetzen. 40 Prozent hingegen lehnen die Streik-Ankündigungen ab. Dies ist das Ergebnis des ARD-DeutschlandTrends [1.01], den Infratest dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen dimap am 1. und 2. Oktober unter 1000 Bürgern ab 18 Jahren in der Bundesrepublik erhoben hat. Im Juli hatten allerdings noch 71 Prozent Verständnis für die Streiks und nur ein Viertel (25 Prozent) lehten sie ab. Nach wie vor ist eine Mehrheit gegen die Teilprivatisierung der Bahn. 60 Prozent finden nicht, dass die Deutsche Bahn wie die Post und die Telekom ein Unternehmen werden sollte, dessen Aktien an der Börse gehandelt werden und an dem sich andere Unternehmen und Privatpersonen auf Kosten der Allgemeinheit bereichern - ehm beteiligen - können. Die Folge sollte unseren einflussreichen Politikern aus anderen Branchen bekannt sein: Preistreiberei, um maximale Profite zu erzielen und die gierigen Aktionäre bei Laune zu halten. Minimum an Investitionen, langfristig gesehen auf Kosten der Sicherheit. Noch ein Stichwort? Wegknickende Hochspannungsmasten.

[1.01] ARD-DeutschlandTrends, WDR Pressestelle vom 04.10.2007

 
 August 2007

Stasi 2.0 - Sicherheit um jeden Preis?

In den Jahren 2002 und 2003 wurde die Tabaksteuer um jeweils 1 Cent pro Zigarette erhöht, um das sogenannte Anti-Terror-Paket zu finanzieren. Inzwischen gehen etwa 76,7 Prozent pro Zigarettenschachtel an den Staat. [1] Und der Bundesminister des Innern Wolfgang Schäuble (CDU) hat viele Ideen, wie man das Geld einsetzen kann. Das reicht von Ausweisen mit biometrischen Daten bis hin zur vorsorglichen Speicherung von persönlichen Daten deutscher Bürger bei den verschiedensten Aktivitäten (einkaufen, reisen, surfen, telefonieren). Schäuble, der 1990 selbst Opfer eines Attentats während einer Wahlkampfveranstaltung geworden war, scheint vom einem Trauma in den Bann gezogen worden zu sein. Seine Vision “Grundrecht auf Sicherheit” könnte in einen Überwachungs- und Präventivstaat der zweiten Generation ausufern. In einem Spiegel-Interview sprach er sich sogar für ein Internierungslager für sogenannte “Gefährder” aus [2]. Mittlerweile hat sich bezüglich Schäubles Sicherheitspolitik der Begriff Stasi 2.0, in Anlehnung an das Ministerium für Sicherheit der DDR und das Web 2.0, unter Datenschützern verbreitet [3]. Das Schäubles Visionen bereits in der Praxis Umsetzung finden, zeigen immer öfter haarsträubende Meldungen in dem Medien. So wurde bekannt, dass die Polizei in Deutschland bereits eine Software einsetzt, die es erlaubt auch vermeintlich abgeschaltete Handys als Wanze zu benutzen. Ein Sprecher des Bundeskriminalamts bestätigte laut “Spiegel” diese Fähigkeiten, die derzeit jedoch keine Anwendung findet. Dagegen räumten mehrere Landeskriminalämter ein, diese Technik zu kennen und auch zu nutzen [4].

[1] Tabaksteuer Deutschland, de.wikipedia.org
[2] Wolfgang Schäuble in einem Spiegel-Interview vom 07.07.2007
[3] Wolfgang Schäuble, de.wikipedia.org
[4] ddp-Meldung vom 14.07.2007, bezugnehmend auf einen Spiegel-Bericht


Juli 2007

Geistiger Dünnschiss auf dem Vormarsch

Die Linke SchülerInnenAktion (LiSA) hat auch dieses Jahr wieder zusammen mit der LandesschülerInnenvertretung Berlin zur Zeugnisverbrennung vorm Roten Rathaus aufgerufen. Hauptkritikpunkte am Benotungssystem seien der unzumutbar hohe Leistungsdruck auf die Schüler, zudem missbräuchten viele Lehrer die Schulnoten als Disziplinierungsmittel. Und wenn sich am 10. Juli, gegen 12.30 Uhr, am Neptunbrunnen vor dem Roten Rathaus sich auch einige Schülerinnen und Schüler zusammengefunden hatten - verbrannt wurden lediglich Fotokopien.
Und wie nach jedem Schultag geht es dann ab nach Hause, der Ranzen fliegt in die Ecke und es wird erst einmal mit den Kumpels am PC oder Fernsehbildschirm gezockt, bis Mutti und Vati von der Arbeit kommen. Denn von Playstation, Nintendo & Co. lässt man sich doch gern zu einem Spiel herausfordern. Auf der Jagd nach dem nächsten Level und immer mit einem schielenden Auge zum Kumpel, ob man dessen Score schon geknackt hat. Das macht natürlich Fun und hier gibt es auch genügend Tricks, den Weg zum nächstbesseren Level mit einem Code zu knacken. Das geht in der Schule natürlich nicht so einfach, da hilft nur Büffeln und das Ego fällt bei einer Niederlage tief. Doch spätestens nach einem mehr oder weniger erfolgreichen Schulabschluss will der Ausbilder oder Arbeitgeber wissen, was Freund Blase auf Tasche hat. Natürlich kann auch hier auf eine leistungsgerechte Entlohnung künftig verzichtet werden. Ein-Euro-Jobs für Leistungsverweigerer könnten für Deutschland einen erneuten Wirtschaftsaufschwung bedeuten. Die IT-Spezialisten und Gebäudereiniger werden ja schon heute aus dem Ausland zur Arbeit herangezogen.

SMW - 07.06.2007

Das war Grönemeyers Rockgipfel

Während in Heiligendamm die Chefs der acht mächtigsten Staaten der Welt zusammensaßen, kamen in Rostock die bekanntesten deutschen Pop-Musiker und die größten deutschen Hilfswerke mit Stars und engagierten Menschen aus acht Entwicklungsländern zu einem einzigartigen Festival zusammen: “Grönemeyers Rockgipfel”. Am 7. Juni ging es in Rostock um Armutsbekämpfung und einen Brückenschlag zwischen Nord und Süd: Herbert Grönemeyer, Bono Vox, Bob Geldof, Die Fantastischen Vier, Die Toten Hosen, Seeed, Silbermond, 2Raumwohnung, Sportfreunde Stiller und Beatsteaks trafen auf Bands aus Mosambik, Uganda, Mali, Sambia, Bangladesch und Nicaragua. Jede Band spielte zwei Songs. Dazwischen gab es Fakten aus den “P8”-Ländern. Die Moderatoren Roger Willemsen und Sarah Kuttner führten durch das Programm. Hintergründe, Fakten und eine Playlist hat Willi für Euch an dieser Stelle zusammengestellt. Mehr wissen will ...
 Detailierte Informationen unter www.deine-stimme-gegen-armut.de.


Juni 2007

Deine Stimme gegen Armut

Es wird wieder miteinander geredet. Der G8-Gipfel in Heiligendamm ist das in Deutschland stattfindende 33. Gipfeltreffen der Regierungschefs von Deutschland (Angela Merkel), Frankreich (Nicolas Sarkozy), Italien (Romano Prodi), Japan (Shinzo Abe), Kanada (Stephen Harper), Russland (Wladimir Putin), die Vereinigten Staaten (George W. Bush) und das Vereinigte Königreich (Tony Blair). Der jährliche Weltwirtschaftsgipfel ist immer wieder Ziel von weltweiten Protesten und Demonstrationen vor Ort - nicht zuletzt deswegen wurden mehr als 90 Millionen Euro für die Sicherheit der Gäste im Hotel Kempinski ausgegeben, die vom 6. bis 8. Juni dort zu ihrem Gipfelgesprächen zusammentreffen. Ein 13 Kilometer langer und 2,50 Meter hoher Sperrzaun mit Stacheldraht, bewacht von Sicherheitskräften, soll vor etwaigen Tätlichkeiten durch die Bürger schützen, die die Regierungschefs in einem demokratischen Vorgang wählten.
Themen des G8-Gipfels sind Finanz- und Wirtschaftspolitik, Gesundheits- und Bildungspolitik, Fragen des internationalen Rechts, Sicherheit und Schutz vor Terrorismus, Umwelt und Klimawandel. Außenpolitische Themen, insbesondere der Umgang mit den ärmsten Ländern der Welt, schieben sich dabei immer mehr in den Vordergrund. Die G8-Länder vereinigen in Kaufkraftparitäten gemessen etwa 50 Prozent des Welthandels in sich. Von der Weltbevölkerung leben etwa 14 Prozent in den G8-Ländern. Dem gegenüber stehen Schwellen- und Entwicklungsländer. Die "P8"(Poor 8)-Länder Bangladesch, Bolivien, Kambodscha, Mali, Mosambik, Nicaragua, Sambia und Uganda stehen stellvertretend für die ärmsten Länder der Welt. Beim G8-Gipfel in Gleneagles im Jahr 2005 kamen die Staats- und Regierungschefs überein, den ärmsten Ländern der Welt 40 Milliarden Dollar an Schulden zu erlassen und stärkere Handelsbeziehungen mit demokratisch regierten Ländern zu knüpfen. Tatsächlich passierte diesbezüglich den vergangenen zwei Jahren aber nur wenig.

Mit Grönemeyers Rock-Gipfel "Deine Stimme gegen Armut" wollen Herbert Grönemeyer, Bob Geldorf, Bono und weitere nationale und internationale Künstler appellieren an die Regierungen der mächtigsten Staaten der Welt. Deswegen wird es am 7. Juni ab 14 Uhr in Rostock auf dem IGA-Gelände ziemlich laut. Tausende Teilnehmer werden zu einer friedlichen Kundgebung gegen Armut in der Welt erwartet. Das Motto lautet "Music & Massages": Mehr als 18 internationale und nationale Bands spielen jeweils zwei bis drei Stücke und stehen als musikalische Botschafter. Zusätzlich berichten Kurzfilme vom Lebensalltag in den "P8"-Ländern. Das Event wird moderiert von Sarah Kuttner und Roger Willemsen.
 > Die Playlist zum Konzert und weitere Informationen ...
 
März 2007

Dicke Luft in Deutschland

Seit 1. März gibt es in Deutschland die „Umweltplakette", ein neues Werkzeug im Kampf gegen Feinstaub und andere Schadstoffe in der Luft. Kraftfahrzeuge werden je nach Schadstoffausstoß in vier Klassen, sprich vier Farben, eingeteilt. Grün ist am saubersten und darf auch in den Umweltzonen von Ballungszentren verkehren. Rot ist die niedrigste Stufe und steht im wahrsten Sinne des Wortes außen vor, denn für diese Fahrzeuge gilt in den ausgeschilderten Zonen Fahrverbot. Für die Umwelt eine saubere Sache. Wer mag, kann sein „gängiges Fahrzeug" mit einen entsprechendem Rußpartikelfilter oder Katalysator nachrüsten lassen und verringert so den Schadstoffausstoß. Das wird auch steuerlich gefördert. Dumme Sache nur für mehr als 15 Millionen Fahrzeuge, die technisch derzeit nicht nachrüstbar sind. Auch zirka fünf Millionen Fahrzeuge mit geregeltem US-Kat der ersten Generation sind schlecht dran: Sie erfüllen zwar die geforderte Abgasnorm, wurden vom Gesetzgeber in der neuen Regelung einfach vergessen. Ein moderner Pkw stößt bei angenommenen 100 km/h in einer Stunde durchschnittlich 15.000 g Kohlendioxid aus. Derzeit sind 55.511.373 motorisierte Fahrzeuge zugelassen, natürlich sind nicht alle zur gleichen Zeit auf Achse. Doch steht der Verkehr in der Emissionsstatistik mit 19,32 Prozent nur auf Platz 3. Vorneweg rangiert in Deutschland die Energiewirtschaft mit einem CO2-Ausstoss von 363.824 Gg (41,07 Prozent) und auf Platz 2 die Industrie mit 20,34 Prozent. Die Feuerungsstätten deutscher Haushalte sind immerhin mit 13,05 Prozent am Gesamtausstoß beteiligt. [1.02] Aber auch der Mensch selbst atmet mit jedem Liter Atemluft etwa 0,8 Prozent Kohlendioxid ein und 4 Prozent wieder aus. Auf einen Erwachsenen macht das etwa 41,7 g/Stunde. Bei 82,5 Millionen Bundesbürgern macht das 3,44 Milliarden g/Stunde, am Tag also satte 82,5 Milliarden Gramm Kohlendioxid. [1.03] Und die Pflanzen wandeln dank Fotosynthese das Kohlendioxid wieder in Sauerstoff um. Den wenigsten von uns dürfte dabei bekannt sein, dass dieser Prozess erst bei einem Kohlendioxidgehalt von ein Prozent optimal verläuft, die Luft durchschnittlich jedoch nur 0,4 Prozent Kohlendioxid enthält. [1.04] Wie auch immer: der künstlich verursachte Kohlendioxidstoß sollte auf ein Minimum reduziert werden. Damit das funktioniert wird es künftig immer schärfere Sanktionen gegen „Umweltsünder" geben. Dabei spielt vordergründig das Geld in Form von Strafsteuern eine Rolle. Fahrzeuge des öffentlichen Dienstes sind von dieser Regelung natürlich ausgenommen - nicht der Umwelt zu liebe, doch immerhin zu Gunsten des Steuerzahlers. Das nun aber auch die braven Bürger den Urlaub wieder im eigenen Land verbringen sollen oder mit einer zusätzlichen Kerosinsteuer belastet werden sollen, scheint etwas überzogen. Das öffentliche Verkehrsmittel wird immerhin auch von vielen arbeitsamen Pendlern auf Inlandflügen genutzt - pro Maschine immerhin 150 bis 200 Autos weniger auf der Straße. Von den zusätzlichen Arbeitsplätzen in der Luftfahrtbranche ganz zu schweigen. Doch das ist schon wieder eine andere Geschichte.

[1.01] Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes, Februar 2007, Stand 1. Januar 2007 •
[1.02] Auszug aus der Trendtabelle für Emissionen des Umweltbundesamt, Bezugsjahr 2004 •
[1.03] Wikipedia.de, Stichwort Atmung • [1.04] Wikipedia.de, Stichwort Photosynthese


Februar 2007

Und wenn wir nicht gestorben sind ...

In den 80er Jahren galt die gesetzliche Rentenversicherung noch als sichere Altersvorsorge, dafür verbürgte sich Norbert Blühm (Bundesminister für Arbeit und Soziales von 1982 bis 1998) sogar einst in einer kostspieligen Werbeaktion, die der Bund von unseren Steuergeldern finanzierte. Inzwischen können wir diese Sprüche in unserer Märchensammlung abheften.
Es war einmal ... 1891 gab es die erste Rentenversicherung. [1] erstmals eingeführt und seitdem ständig durch Reformen verändert wurde. Schon nach dem Zweiten Weltkrieg war klar, dass das System nicht funktionieren konnte. Die Bezüge aus der Rentenversicherung stiegen über das Maß der Einzahlungen. 1957 wurde somit die Rentenversicherungspflicht bei einem Beitragssatz von 15 Prozent des Bruttolohns eingeführt. 1972 lag der Beitragssatz bei 17 Prozent, 1986 bei 19, 2003 bei 19,5 und seit 1. Januar 2007 bei 19,9 Prozent - das entspricht einem Fünftel unseres Bruttonettolohnes. Das Ganze hat natürlich seine Grenzen, diese lagen im Jahre 1967 bei 1400 DM, 1972 bei 2100 DM, 1986 bei 5600 DM, 1991 bei 6500 DM, zu Währungsumstellung im Jahre 2002 bei 4500 Euro und seit 1. Januar 2007 bei 5250 Euro (West) beziehungsweise 4550 Euro (Ost) des Bruttomonatseinkommens. Damit nicht genug. Wurde bislang regelmäßig eine Rentenanpassung quasi als Inflationsausgleich gewährt, ist heute auch damit nicht mehr zu rechnen. Würde es so etwas wie Planungssicherheit in unserem Sozialstaat geben, könnte man Pi mal Daumen folgende Beispielrechnung starten:
Ein Durchschnittsbürger, am 1. Januar 1981 geboren, macht seinen Schulabschluss mit Abitur und eine dreijährige Berufsausbildung. In seinen 43 Berufsjahren zahlt er - von der Arbeitslosigkeit verschont - bei einem durchschnittlichen Lohn von 2000 Euro im Monat, Step by Step 400 Euro in den staatlichen Rententopf. Unterm Strich legt er damit 206.400 Euro beiseite. So Gott will erhält der Durchschnittsbürger ab seinem 65 Lebensjahr monatlich 990 Euro als Rente. Bis dahin wird sich die Kaufkraft jedoch halbiert haben. Nun heißt es Lücken schließen: Riester, Rürup und Direkt-Versicherung heißen die Zauberworte - natürlich staatlich gefördert. Doch der Preis dafür ist hoch: Die Rente und Kapitalauszahlung ist voll steuerpflichtung, es müssen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge gezahlt werden. Das Geld darf weder vererbt werden, noch ist bei einer Auswanderung eine Einmalzahlung drin. Bringt man die Sache auf den Punkt und gibt 43 Jahre lang monatlich 400 Euro nicht dem Staat sondern einer Bank, die die Einlagen mit drei Prozent verzinst ... Es gibt 416.990,43 Euro - auf Wunsch bar auf die Hand, zum Vererben oder Auswandern! Keine Kranken- und Pflegeversicherung. Auf die Zinserträge sind jedoch etwa 15 Prozent Kapitalertragssteuer zu zahlen: Bleiben noch 385.401,87 Euro abgabefrei. [2] Lebt man von den Zahlungen der gesetzlichen Rentenversicherung - so man sich die Gesunderhaltungskosten dann noch leisten kann - etwa 25 Jahre lang in Rente, erhält man 25 x 12 x 990 Euro = 297.000 Euro abzüglich Steuern und Kranken- und Pflegeversicherungsbeitäge. Doch noch einmal zurück zur eigenen Geldanlage: Einigt man sich mit seiner Bank auf einen Entnahmeplan, liegt man mit etwas Glück noch im Rahmen der Freibeträge der Kapitalertragssteuer. Und wenn unser Durchschnittsbürger nicht schon vorher gestorben ist, sparen die 416.990,43 Euro auch weiterhin Zinsen an und es gibt 25 Jahre lang monatlich gut 1964 Euro.

[1] Umsetzung im Rahmen der Bismarck’schen Sozialgesetzgebung zur Alters- und Invaliditätsversicherung, auf Beschluss am 22.05.1889 durch den Reichstag des Deutschen Reiches, zum 01.01.1891 eingeführt. Quelle: www.wikipedia.de • [2] Bei Anlage auf einem Bankkonto beispielsweise in Österreich.


Januar 2007

Kyrill zog mit bis zu 200 km/h über uns her ...

Umweltschützer mahnen schon seit Jahren verantwortungsvoller mit der Natur umzugehen. In der Tat kann man nie früh genug mit einem “Umdenken” beginnen und es ist auch noch nicht zu spät, wie es uns einige Angstmützen prophezeien wollen. Es gibt jedoch keinerlei Gründe per Gesetz national wie international langfristige Verbindlichkeiten zum Wohl der Umwelt zu treffen, an die sich keiner so recht halten mag. Die Angst vor wirtschaftlichen Einbußen ist nach wie vor immens größer, als die Angst vor einem Naturkollaps. Ganz Oberwitzige meinen sogar eher die Natur den menschlichen Ansprüchen gefügig machen zu können, als dass die Politik und die Wirtschaft zu einem radikal-ökologischen Denken zu bezwingen sei. Da helfen auch nicht solche Nachdenker-Filme wie Roland Emmerichs “The Day After Tomorrow”. Denn dass vielleicht schon nächste Woche allen Ernstes Schluss mit lustig sein könnte - mag niemand wirklich glauben. Dass die Welt nun aber in diesen Tagen die Quittung für soviel Unverständnis erhalten soll, halte ich aber auch für übertrieben. Sicher häufen sich die Extreme derzeit. Malibu bekommt nach 20 Jahren den Schnee komplett nachgeliefert und die Wirbelstürme ziehen über Europa her, wo im aktuellen Winter bislang weit und breit keine Schneeflocke zu sichten war. Und es gab in den vergangenen Jahren auch schon echte Tornados in Deutschland.
Am Mittag des 18. Januar 2007 erreichte Orkan Kyrill “Der Herrliche” die Bundesrepublik Deutschland. Die Medien warnten diesmal bereits im Vorfeld vor den zu erwartenden Ausmaßen. Dennoch fanden die Windböen mit Spitzen von bis zu 200 km/h bislang elf Todesopfer. Wegen zahlreicher unbefahrbarer Strecken im Norden und Westen Deutschlands in Folge Sturmschäden wurde der Bahnverkehr in vielen Regionen zeitweise eingestellt. In der Hauptstadt Berlin herrschte seit 19 Uhr Ausnahmezustand: Die Zahl der Einsätze schnellte in die Höhe. Apropo Höhe: Der Berliner Fernsehturm misst 368 Meter - die Spitze schwankte zwischenzeitlich bis zu zwei Meter. Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 km/h sorgten auch in Berlin für erhebliche Sachschäden. Am späten Abend wurde für rund 60.000 Haushalte in der Mark Brandenburg Stromausfall gemeldet. Auch der neue Hauptbahnhof in der Berliner City hatte schwer unter den Orkanböen zu leiden, ein etwa drei Tonnen schwerer Stahlträger stürzte in die Tiefe und schlug auf die Treppen in der riesigen Empfangshalle ein - hier kamen glücklicherweise keine Personen zu Schaden. Der Bahnhof war bis Freitag Vormittag komplett gesperrt.
Doch es kam schon schlimmer: Die stärkste Windböe gab es mit 355 km/h am 12. Juni 1985 auf der Zugspitze (Deutschland). Weltweit liegt die höchste je gemessene Windgeschwindigkeit mit 372 km/h auf dem Mount Washington (USA).[1] Bereits am 27. Oktober 2002 wurde Deutschland von dem schweren Orkantief "Jeanett" von West nach Ost überquert. Besonders betroffen war die Nordhälfte Deutschlands. Hier traten im Flachland verbreitet Windböen über 100 km/h auf. Extreme Orkanböen gab es vor allem in den Höhenlagen der Mittelgebirge. So wurde auf dem Fichtelberg eine maximale Windgeschwindigkeit von 183 km/h gemessen. [2] Als Orkan wird jeder Sturm bezeichnet, der auf der Beaufort- Windstärkeskala den Höchstwert 12 erreicht (Windgeschwindigkeiten über 118,5 km/h). Bereits ab Windstärke 8 übernehmen Versicherungen die Kosten für entstandene Schäden.

Quellen: [1] www.topwetter.de, [2] www.wetteronline.de


Januar 2007

MehrWert einfach selber steuern

“Im Namen des Volkes”, so wie es am Berliner Reichstag noch geschrieben steht, werden schon lange keine Entscheidungen mehr von der deutschen Regierung getroffen. Von “für die Reform notwendigen Schritte” kann keine Rede mehr sein. Der Bürger steht nur noch als Melkkuh im Land, wer kann sucht sich seine Weide im Ausland. Bankgeheimnis, Datenschutz und Privatsphäre wurden schon bis aufs Möglichste per Gesetz aufgeweicht - von Anti-Terror-Programmen und sozialer Fairness wird gesprochen. Der neueste Clou unserer Regierung heißt Mehrwertsteuererhöhung und wirft das nächste Wahl- versprechen der CDU über den Haufen. Statt der Anhebung des Mehrwert- steuersatzes auf 18 Prozent gab es auch hier noch eine kleine Zugabe.
Zum 1. Januar wurde der normale Mehrwertsteuersatz von 16 auf 19 Prozent angehoben. Für die Regierung ist dies eine klare, unabwendbare Notwendigkeit gewesen, um Deutschland auf Reformkurs zu halten und den Staat aus dem Schuldensumpf zu holen.
Gern wird zu den Nachbarländern herüber geschielt, wo beispielsweise Norwegen, Dänemark und Schweden mit 25 Prozent in Führung liegen. Doch schauen wir nach Schweden: Dort werden den Bürgern ganz andere soziale Zugeständnisse eingeräumt - die dortige Familien- und Gesundheitspolitik ist inzwischen beispielhaft für Europa. Weniger ist manchmal mehr: Das sagen sich die Schweizer, haben keine Sorgen mit Steuerflüchtlingen und bekommen mit einem Mehrwertsteuersatz von nur 7 Prozent ebenfalls eine Menge gebacken. Der Umgang mit dem Geld muss natürlich auch gelernt und der Umgang mit dem Geld im Namen des Volkes gewollt sein.
Dass in Deutschland nach Einnahmequellen über den gesunden Verstand hinaus gesucht wird und auch die Reformpläne der CDU zufloppen drohen, zeigen uns zwei einfache Beispiele: Wasser - Grundnahrungsmittel Nummer Eins - gehört in Flaschen abgefüllt mit 19 Prozent versteuert. Kaffee wird auch weiterhin mit 7 Prozent versteuert, nunja es gibt dann noch die Kaffeesteuer - hier verdient der Staat noch einmal 2,19 Euro pro Kilogramm Röstkaffee. Für das Medikament in der Apotheke und die Behandlung beim Arzt fallen künftig natürlich auch 19 Prozent an. Wie einfach könnte man doch Krankenkassen und Patienten mit einer ermäßigten Mehrwertsteuer entlasten. Die Mehreinnahmen aus der Mehrwertsteuer kommen unserem Gesundheitswesen sowieso nicht zugute. Diese haarsträubende Milchmeerschweinchenrechnung - Einnahmen zu erhöhen, statt Ausgaben zu senken - wird wie viele andere Reformversuche nach hinten losgehen.
Das Volk hat es zum Glück noch selbst in der Hand: Ob, wann, wie viel und wo der deutsche Bürger was einkauft. Entscheide also auch Du künftig selbst, ob Du mit dieser Mehrwertsteuererhöhung den Staat oder die Wirtschaft unterstützen willst. “Zum hier essen oder mitnehmen?” Wie bitte? Tja, ob beim Imbiss oder im Fast-Food-Restaurant: Außerhaus gibt es die Speisen nämlich zum ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent. Isst man jedoch vor Ort muss das Unternehmen künftig 19 Prozent vom Verkaufspreis an den Staat abdrücken und sicher bald die Preise anheben ... und wir können noch weniger kaufen. CeLaQuieck.

Dezember 2006

In diesem Laden ist noch lang nicht Schluss

Die rot-rote Koalition der Stadt Berlin ist für ein schnelles Handeln bekannt, besetzten die Politiker doch schon mit dem neuen Nichtraucherschutzgesetz bundesweit die Vorreiterrolle. Nun wurde - in nur knapp vier Wochen - ein neues Ladenöffnungsgesetz, mit Mehrheiten auch von CDU und FDP, verabschiedet. Die Grünen scheinen dagegen eher eine christliche Meinung zu vertreten und stimmten dagegen. Für Kirchen und Gewerkschaften ist dieser Beschluss ebenso kein Grund zum Feiern. Umso mehr Freude aus den Reihen der Wirtschaft. Die Fakten: Von montags null Uhr bis sonnabends 24 Uhr kann seit 24. November - theoretisch - in Berlin nonstop geschoppt werden. Zudem an den vier Adventssonntagen sowie an vier weiteren Sonntagen im Jahr. Von der neuen Regelung werden vor allem die Kaufhäuser und Fachmärkte Gebrauch machen. Aber auch Einzelhändler und Spätverkaufsstellen könnten vom neuen Gesetz profitieren - wie die Fußball-WM zeigte. Einheimische, vor allem aber Touristen dürften somit den Umsatz ankurbeln und vielleicht auch viele neue Arbeitsplätze schaffen. Vergleichbare Regelungen finden bereits in anderen EU-Ländern regen Zuspruch. Nordrhein-Westfalen verabschiedete inzwischen auch ein Ladenöffnungsgesetz mit neuen Freiheiten für Händler und Dienstleister. Bayern und Saarland wollen dagegen am bisherigen Ladenschlussgesetz nicht rütteln.

September 2006

Da weiß man was man hat ...

Berlin hat gewählt. Die Politikverdrossenheit der Bürger ist jedoch unübersehbar. Mit 58 Prozent sackte die Wahlbeteiligung nämlich auf ein Rekordtief ab. Das dürfte vorrangig an der schlechten Arbeit der Bundesregierung liegen, die mit den vorgezogenen Wahlen - und der vielversprechenden Wahlwerbung - im vergangenen Jahr als große Koalition mit der federführenden CDU ihre Wahlversprechen auch als solche beließ. Statt dessen muss das Volk den Kurswechsel nun doppelt (S)teuer bezahlen. Der vermeintliche Wirtschaftsaufschwung ist in diesem Jahr vor allem der erfolgreichen Austragung der Fußball-WM zu verdanken. Das böse Erwachen ereilt uns dann im nächsten Jahr mit der Mehrwertsteuererhöhung um drei Prozent, der Realisierung der Gesundheitsreform und der damit verbundenen Erhöhung der Kassenbeiträge, den unhaltbar steigenden Energiepreisen und Arbeitslosenzahlen. Um nur ein paar der zu erwartenden Lowlights zu nennen. Damit dürfte die Zurückhaltung der Wähler erklärt sein.
Lokal dürften auch viele Berliner noch den Bankenskandal im Gedächtnis haben - und das ist auch gut so -, der 2001 zur Abwahl des langjährigen Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen ( CDU) führte. In der Medizin wäre dies ein Kunstfehler, für den die Verantwortlichen persönlich zur Rechenschaft gezogen worden wären. In der Politik ein Skandal, für den der Steuerzahler noch viele Jahre zahlen und soziale wie infrastrukturelle Einschnitte hinnehmen muss.
Einer muss jedoch den Karren aus den Dreck ziehen, Klaus Wowereit (SPD) gab in seiner ersten Amtszeit (2001-2006) sein Bestes und so bestätigten 30,8 (+ 1,1) Prozent der Berliner Wähler die Erfolge des Senats. Die CDU fiel dagegen mit 2,5 auf 21,4 Prozent zurück. Eine böse Schlappe musste aber vor allem Die Linke.PDS hinnehmen: Von 22,6 fielen die Roten auf 13,4 Prozent zurück. Das dürfte unter anderem an Gregor Gysis frühzeitigen Rückzug aus dem Wirtschaftssenator-Amt (Bonus-Meilen-Affäre) und den innerparteilichen Unstimmigkeiten liegen. So werden künftig wohl auch eher die Grünen (13,1 Prozent) der SPD bei der Landesarbeit assestieren. Klaus Wowereit zur Wahl “Ohne die SPD kommt keine Regierung zustande - und das ist auch gut so. Wir wollen so viel Sozialdemokratie wie möglich durchsetzen.” Einen weiteren Beitrag dazu lieferte übrigens auch die Volksabstimmung am 17. September: 84 Prozent der Wähler stimmten für eine Vereinfachung von Volksbegehren und -entscheiden und damit für eine Änderung diesbezüglich in der Verfassung von Berlin.

Juli 2006

Deutschland hat gewonnen: Freu(n)de

Deutschland rollte den Teppich aus und ließ in der ganzen Hektik der Vorbereitungen so manchen Dreck, so manche Baustelle und so manch anderes Ärgernis unter dem Teppich liegen. Die eine oder andere Delle unter dem roten Edelbelag wurde von Millionen Fußball-Fans aus aller Welt geglättet - die Party um das runde Leder stand im Mittelpunkt. Und niemand wurde enttäuscht. 32 Teams aus aller Welt, 64 Spiele mit allen Facetten die der Fußball nur bieten kann. Die deutsche National-Elf war mittendrin und lieferte spannende Spiele, trotzte allen übereilten Kritiken und trug das Ergebnis aus dem Halbfinale mit Würde ... um dann mit einem brillanten Spiel um den 3. Platz zu glänzen. Wenn man sich noch einmal die riesig-roten Plakate des Softdrinkgiganten vor Augen hält: “1954, 1974, 1990, 2006 HIER” - kann man dennoch sagen “Stimmt!” Der Fifa World Cup ging im Spiel zwischen Italien gegen Frankreich mit 6:4 - nach maximaler Ausreizung der Spielzeit bis in den Elfmeter - zwar an die Italiener, das Spiel um den Golden Goal herum gewann jedoch Deutschland. Das Gastgeberland hat Freude gestiftet und Freunde gewonnen. Präsentierte sich von einer völlig neuen Seite und der oft belächelte Slogan “Die Welt zu Gast bei Freunden” wurde Wirklichkeit. Für viele internationale Gäste wurde ein “Weltbild” korrigiert, eine Meinung geprägt die Deutschland gefallen dürfte. Viele Gäste werden unser Land gern wieder besuchen und neue Freunde mitbringen. Deutschland machte es sichtlich Spaß ein fröhlicher, freundlicher und vor allem fairer Gastgeber zu sein. Und die Deutschen? Die staunen über sich selbst, was in wenigen Wochen aus diesem Land und den Bürgern geworden ist. Ein Hauch von Patriotismus, ein Hauch Nationalstolz - unterstrichen von einem Fahnenmeer. Zum Ausklang der Fußball-WM 2006 am 9. Juli zog die deutsche Nationalelf über die Berliner Fanmeile. T-Shirts mit der Aufschrift “Danke Deutschland” und “Teamgeist - 82 Millionen” klebten auf ihren Oberkörpern. Das deutsche Volk war Gastgeber der geilsten Party die die Welt bisher erleben durfte.

Juni 2006

Deutschland rollt den roten Teppich aus

15 Jahre wurde gespart und geschoben, was zur Werterhaltung des Gemeingutes nicht zwingend erforderlich war. Dann stehen “unerwartet” die Gäste vor der Tür und “Deutschland rollt den roten Teppich aus”.
Während der Vorbereitungen auf die Fußball-WM in Deutschland hat man schon glauben müssen, alles sei rund. Fußball hier, WM da - man fühlte sich schon regelrecht überrollt. Von Bällen, von Werbung, von Werbeverboten und FIFA-Slogan, die bei weitem nicht jeder verwenden darf. Die “Nationale Service- und Freundlichkeitskampagne”, die von der Bundesregierung als Gastgeberkonzept entwickelt wurde, soll die Fußball-WM zum Tourismusmagnet polarisieren und den Wirtschaftsmotor wieder zum Rotieren bringen. Die vom Organisationskomitee der Fußball-WM und der Deutschen Zentrale für Tourismus e.V. (DZT) initiierte Kampagne spricht Bände und unterstreicht das Anliegen des eigens zur Fußball-WM gegründeten Knigge-Rats. Grundanliegen im Klartext: Seid nett zu einander. Das kostete die Steuerzahler drei Millionen Euro, in der Praxis dagegen nur ein nettes Lächeln. “Die Welt zu Gast bei Freunden (TM)” lautet das Motto, welches selbstverständlich auch als Handelsmarke von der FIFA geschützt wurde. Und dann kam es, wie es kommen musste. Deutschland wurde tatsächlich überrollt. “Deutschland rollt den roten Teppich aus!” Und das ging dann auf einmal so schnell, dass die auf Jahre hinausgeschobenen Sanierungsarbeiten von Sehenswürdigkeiten, Verkehrs- und Parkanlagen nicht rechtzeitig zum Eintreffen der zahlreich erwarteten Gäste fertig gestellt werden konnten. In Berlin, der Bundeshauptstadt, sieht das so aus: Sehenswürdigkeiten, wie etwa das Rote Rathaus wurden mit Werbung zu gehangen, die Springbrunnenterrassen am Fernsehturm und der in unmittelbarer Nähe befindliche Alexanderplatz (er japst noch von den U-Bahn-Sanierungsarbeiten, die schnell mit Asphalt zugewalzt wurden) stehen wegen aufwändiger Komplettsanierung ganz beziehungsweise teilweise mit Bauzäunen abgesperrt. Ebenso wie Kilometer lange Straßenbaustellen überall in der City. Ein Flickwerk. Aber nicht nur das. Bahnhöfe und öffentliche Tourismusmagnete strotzen noch immer vor Dreck, Treppen von wichtigen Umsteigebahnhöfe sehen zum K... aus. Darüber liegt jedoch ein schöner roter Teppich. Und Deutschland freut sich zusammen mit seinen Gästen über die spannenden Fußballspiele. Vielleicht schafft es Deutschland ja zur Olympiade 2020 alles ins Reine zu bringen.

Mai 2006

Zeitschriften sind älter als man denkt

Man ist es schon lange Zeit von Zeitschriften gewohnt, dass diese in der letzten Woche des Vormonat erscheinen. Willi greift ins Fach der Computer- Zeitschriften und legt für die vermeintliche Juni-Ausgabe mit Heft-DVD satte
4,99 Euro hin (zur Erinnerung: 9,76 DM). Die Ausgabe 6/2006 erschien jedoch bereits am 4. Mai 2006. Die Nachrichten unter “Aktuell” konnte man im Internet und in “zeitgemäßen” Zeitungen und Zeitschriften bereits in den Monaten März und April nachlesen. Vireninformationen sind teilweise längst überholt. Kein Wunder, denn der Redaktionsschluss war Anfang April. Die Index-Datei auf der Heft-DVD ist vom 10.04.2006 und somit die Jüngste auf dem Silberling. Die Angebote aus den Aktionsanzeigen von Arcor, AOL, 1&1 und Co. laufen beispielsweise schon am 31. Mai aus. Pech für alle, die die “Juni”-Ausgabe - bis zum 5. Juni im Handel - etwa erst am 1. Juni im Zeitschriftenhandel greifen. Die Leserumfrage wird bis zum 2. Juni ausgefüllt von der Redaktion erbeten. Und 35 Prozent sparen mit einem Test-Abo ist in der vermeintlichen Juni-Ausgabe auch nur bis zum 3. Juni drin. Aber wer will das schon, auch die Ausgabe 7/2006 - ab 2. Juni im Handel - wird nicht aktueller sein. Bleibt zu hoffen, dass nicht auch die Fernsehprogramm-Magazine zu dieser billigen “wir sind schneller”-Masche greifen. Dies dürfte bei den zahlreichen kurzfristigen Programmänderungen der Sendeanstalten schnell zum Problem für das Print-Medium werden. “Cinema - Europas größte Filmzeitschrift” trotzt dennoch diesem Manko und brachte beispielsweise ihre Juni-Ausgabe am 18. Mai in den Handel, sprich an dem Tag, mit dem das aktuelle Kinoprogramm startet. Eine Informationslücke für Cineasten ergibt sich dann auch mit dem Kinodonnerstag am 14. Juni. die Filmstarts erfährt der Leser dann erst in der Juli-Ausgabe, die genau an jenem Donnerstag erscheinen soll. Da ist eine gute TV-Zeitschrift mit den aktuellen Kinostarts mindestens eine Woche schneller. - Natürlich soll es hier kein Loblied auf das Internet geben. Es gibt auch noch viele Printmedien, die aktuell und kompetent ihre Leser informieren. Das dazu vor allem aber Computer- Zeitschriften nicht gehören wollen verwundert uns um so mehr, da gerade hier die Nachricht von gestern nicht mehr das Papier wert ist und schon gar nicht den Kaufpreis eines solchen Magazins.

Oktober 2005

Vogelgrippe - Bange machen gilt nicht!?

Jährlich sterben in Deutschland zwischen 5.000 bis 25.000 Menschen an der menschlichen Grippe. Diese nicht zu vernachlässigende Zahl findet nur selten Einzug in den Schlagzeilen. Ein Impfstoff verhindert schlimmeres, obwohl er nur selten gegen den aktuellen Virus hilft. In den meisten Jahren sterben an der Grippe weltweit durchschnittlich 250.000 Menschen. Etwa alle 20 Jahre verändert sich der Grippevirus jedoch so stark, dass es zu einer Pandemie - einer globalen Epidemie - kommt. Im 20. Jahrhundert gab es drei Pandemien: 1918 sollen bis zu 100 Millionen Menschen gestorben sein, die “Spanische Grippe” tötete 1957 etwa zwei Millionen Menschen und 1968 starben etwa eine Million Menschen an der “Schweinegrippe”. Optimisten sagen, dass die Forschung heute in der Lage ist durch Impfstoffe Pandemien auf ein Minimum zu beschränken. Pessimisten meinen, nie war die Welt so dicht bevölkert wie heute. Gerade in Fernost scheint sich nun die Vogelgrippe - erstmals 2003 in Südkorea aufgetaucht - rasant auszubreiten. Für Europa sorgen jetzt vor allem die Zugvögel für Angst. Eine Grippeimpfung kann nicht vor der Vogelgrippe schützen. Das Grippepräparat Tamiflu des Schweizer Pharmakonzerns Roche soll dagegen bei jedem Grippetyp helfen und könnte zumindest als Neuraminidasehemmer zum Einsatz kommen.

September 2005

Deutschland hat sich verwählt - Das Finale!

Angie hat es geschafft! Die erste Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland. Ostdeutsches Urgestein will den Karren aus dem Dreck holen, den nach ihrer Meinung die SPD festgefahren hat. Den Weg dafür bahnte jedoch die CDU in den 80er Jahren selbst - davon mag heute jedoch keiner mehr reden. Jetzt soll das Ruder herumgerissen werden, ein neuer Sparkurs soll nun gefahren werden. Neue Experimente sollen - auf Kosten des Steuerzahlers - her. Aber ob das CDU-Wahlprogramm wirklich umgesetzt wird? Viele Investitionen aus den Reformzeiten der SPD werden schon bald umsonst gewesen sein. Die Sitze sind jetzt gerecht verteilt, um die Ministerposten ist das Gerangel jedoch nicht mehr gar so groß wie vor der Wahl. Und auf der “Montagsdemo” an der Weltzeituhr in Berlin erklingen Parolen wie “Dem Kanzler der Reichen musste Schröder weichen!” Den Vize-Kanzler will Gerhard Schröder nicht spielen. Er zieht sich, wie einige weitere Parteigenossen, ins - nach eigenen Angaben: wohlverdiente - Privatleben zurück. Jetzt heißt es abwarten und Tee trinken ... und hoffen: Das Unternehmer wieder in Deutschland investieren, Arbeitsplätze schaffen und unterm Strich für alle Bürger mehr Netto übrig bleibt - sonst gibt es im nächsten Jahr vielleicht schon wieder eine Bundestagswahl.

September 2005

Deutschland hat sich verwählt!

Es war ein spannender Wahlsonntag, der 18. September 2005. Selbstbewusst und siegessicher pokerte sich Angela Merkel durch den Wahlkampf. Doch sie hatte so viele Trümpfe auf der Hand, dass das Blatt ins rutschen kam und dummerweise die falschen Karten auf den Tisch flogen. Hektisch raffte sie alle verfügbaren Karten zusammen, mischte sie neu und gab dem Spiel eine neue Bedeutung - “Klarer Kurs” wurde über die CDU- geklebt. Das sah ganz nach einem Strategiewechsel aus. Die Wähler reagierten verunsichert und machten ihr Kreuz nur zögerlich bei den großen Volksparteien. Stimmenverluste fuhr auch Herr Stoiber mit der CSU in Bayern ein.
Die Bundestagswahl 2005 war ein Kopf-an-Kopf-Rennen, nicht einmal ein Prozent trennen SPD und CDU und doch feierten sich alle Parteien als Sieger. Wirklich zufrieden waren jedoch nur die Grünen/Bündnis90, FDP und Die Linken.PDS - die ordentlich an Stimmen gewinnen konnten. Für eine Koalition reicht es jedoch weder bei Rot-Grün noch bei Schwarz-Gelb. Den Linken ist es zu danken, dass die Regierung erst einmal weg vom Fenster ist und die Anwärter es erst gar nicht dort hin geschafft haben. Aber wer soll Deutschland künftig regieren? Das knappe Ergebnis wird so sehr wie nie zuvor von den Stimmen aus der Briefwahl, den Direktmandaten und den Wählern in Dresden abhängen. Sollte das Ergebnis dann noch immer nicht eindeutig sein, kann nur noch die Verfassung helfen: die letzte Möglichkeit - Phase IV - sieht dann eine Wiederholung der Wahl vor. Und so lange ist und bleibt Gerhard Schröder unser Bundeskanzler.

September 2005

Die Wahl wird kommen ...

Vier Sender, vier Nachrichtenredakteure, vier Kanäle, ein Programm - live: ARD, ZDF, RTL und SAT.1 erstaunten mit einer Einigkeit, die unsere politischen Parteien schon seit Jahren vermissen lassen. Diese vier Fernsehstationen taten sich zusammen, um den Interessen der Bürger dieser Republik zu entsprechen. Am Sonntag, 4. September ab 20.30 Uhr sollte uns das TV-Duell Angela Merkel gegen Gerhard Schröder einen ersten Eindruck verschaffen, was uns nach der Bundestagswahl am 18. September erwartet. Pluspunkt für Frau Merkel: Sie war eindeutig besser als ihr Vorgänger aus dem TV-Duell mit Gerhard Schröder vor drei Jahren - Eddi Stoiber. Zugleich stellte die Kanzlerkandidatin, wann immer sich die Gelegenheit bot, ihre Position zur SPD klar: Egal was die SPD macht, ich bin erst einmal dagegen. Nicht umsonst wurden so viele gut gemeinte Reformversuche der SPD in “letzter Instanz” geblockt, weil die CDU über mehr Stimmen verfügte. So ist es vielleicht ganz gut, dass die Karten am 18. September neu gemischt werden. Ein totaler Regierungswechsel kostet Deutschland noch einmal einige Milliarden bis das versprochene Reformpaket der Union greift - das kann bis zu zehn Jahre dauern. Viel schlimmer als weitere vier Jahre Finanzminister Eichel dürfte dies jedoch kaum werden. Glaubt man den Kritikern, hat der Rechenkünstler spätestens Ende 2006 alle Bundesschätzchen verjubelt und die Republik in den totalen Ruin gewirtschaftet. Viel zu knapp kam im TV-Duell die Tatsache herüber, dass die SPD seit nunmehr knapp sieben Jahren versucht den Karren aus den Dreck zu ziehen, den die CDU in ihrer langen Regierungszeit in den Dreck gefahren hatte. Nützlich könnte uns aus dem TV-Duell aber die Erkenntnis sein, dass die Unionsherausforderin auch nicht davor zurück schreckt, die weißen Flecken von Deutschland in den Dreck zu ziehen, um die SPD ins schlechte Licht zu rücken. Um so feierlicher dann Schröders Kommentar, dass man unser Land nicht schlechter machen sollte als es ist. Wie wahr: Was sollen unsere Nachbarländer, die EU-Mitgliedsstaaten und der Rest der Welt von uns denken? Deutschland ohne Selbstbewusstsein? Weitaus mehr Selbstbewusstsein legt dagegen Frau Merkel in eigener Sache nach dem TV-Duell an den Tag: Nach dem die Quoten für die CDU auffällig absackten, wurden schon Punkte aus dem Wahlversprechen korrigiert und die ersten Ministerposten neu besetzt. Der Clou: in Berlin wurden sogar die Wahlplakate der CDU “eigenhändig” überklebt - neue Parole lautet “Klarer Kurs”. Alles klar, Kapitän Ängi! Wir sind gespannt ...

Juli 2005

Am 2. Juli: Pink Floyd komplett auf der Bühne

Die Welt der Musik rückt wieder ein Stück mehr zusammen und fasziniert uns mit galaktischen Nachrichten. 20 Jahre nach dem epochalen Benefizkonzert "Live Aid" gegen die Armut in Afrika will der Musiker und Aktivist Bob Geldof am Sonnabend, 2. Juli, mit dem Nachfolger "Live 8" einen Schritt weiter gehen. Auf dem Programm des weltumspannenden Musikmarathons stehen neun Konzerte auf vier Kontinenten. Und: Fast 25 Jahre nach ihrer Trennung wird die legendäre Rockgruppe Pink Floyd wieder gemeinsam auf der Bühne stehen. Auf dem Wohltätigkeitskonzert “Live8” im Londoner Hyde Park wollen David Gilmour, Nick Mason, Richard Wright und Roger Waters erstmals seit ihrem Londoner Konzert von 1981 wieder öffentlich zusammen spielen.
”Live8” soll das größte Musikereignis aller Zeiten werden - und Berlin ist dabei. Der Eintritt ist frei, denn dieses Mal geht es nicht um Spenden. Neben dem Musikalischen - das auch von zahlreichen Fernsehstationen in aller Welt übertragen wird - kommt natürlich auch das eigentliche Anliegen des Ereignisses nicht zu kurz. “Live 8” ist ein Teil eines Weltaktionstags, der die Aktion "A long Way TioJustice" einläutet, der die Regierungschefs der reichsten Länder der Welt beim Gipfeltreffen vom 6. bis 9. Juli in Gleneagles auffordert, etwas zu unternehmen. Am 2. Juli werden Millionen von Menschen zusammenkommen, um zu verlangen, dass Schulden gestrichen werden, dass Entwicklungshilfe vermehrt und verbessert wird und dass den ärmsten Menchen der Welt Handelsgerechtigkeit zugesichert wird. ”Live8” fordert dazu auf, sich zu einer Stimme zu vereinen. Im Jahr 2005 brauchen wir Deine Stimme, nicht Dein Geld. Per Live-Einblendungen werden Geldof, U2-Sänger Bono und Paul McCartney zu den Anwesenden sprechen.
PS: Beim Live8 waren am 2. Juli 2005 mehr als 200.000 Zuschauer vor Ort. Eigentlich hatte der Schlussakkord in Berlin um 20.00 Uhr bei Tageslicht ausklingen sollen. Statt dessen war erst fast fünf Stunden später Schluss. Technische Probleme, lange Umbaupausen und Live-Übertragungen von einigen der insgesamt zehn "Live 8"-Konzerte hatten am Sonnabend, nach Angaben der Nachrichtenagentur dpp, den Zeitplan in der deutschen Hauptstadt gesprengt. Dem Erfolg der ambitionierten Aktion tat dies keinen Abbruch. Weltweit sollen laut den Organisatoren zwei Millionen Zuschauer zu den Konzerten geströmt sein. Sie alle wollten erleben, wie Bob Geldof, fast auf den Tag genau zwanzig Jahre nach seinem Benefizkonzert "Live Aid", mit "Live 8" erneut ein Stück Musikgeschichte schrieb. Geldof hat mit den "Live 8"-Konzerten das Ziel erreicht, seine Forderungen durch die weltweite Mobilisierung der Massen zu untermauern. Noch während das Mammutereignis von Tokio über London bis Toronto im Gange war, hatten weit mehr als 16 Millionen Menschen die "Live 8"-Petition an die Adresse der Staats- und Regierungschefs der G8-Staaten unterschrieben.

Quelle: live8live.com/dpp, Meldung vom 03.07.2005


Juni 2005

Vom rechten Weg abgekommen

Jeder spart, wo er nur kann und so war es doch sonnenklar, dass die Brummifahrer die Maut per Landstraße umfahren. Für Bundesverkehrsminister Stolpe Grund genug jetzt Länder und Kommunen in die Pflicht zu nehmen. Diese sollen nun die Maut-Ausweichrouten für Lkw sperren. Mit Sicherheit hat die Maut für Anwohner eine zunehmende Lärmbelästigung gebracht, die Schlaglöcher vertiefen sich zunehmend durch tonnenschwere Laster. Eine Entlastung der Straßen liegt demnach auch im Interesse der Anlieger. Es darf an dieser Stelle aber auch nicht vergessen werden, dass alle Kraftfahrer mehr oder weniger viel Kfz-Steuern zahlen und somit bereits über viele Jahre für die Erhaltung und Verbesserung des Straßennetzes Vorkasse leisteten - leider werden die Einnahm schon lange nicht mehr im vollen Umfang zweckgemäß eingesetzt, doch dies ist eine andere Geschichte. Ein Nutzungsrecht steht somit jedem Steuerzahler zu. Auch die Maut ist eine Steuer und steuert den Verbraucher - auf einem für ihn günstigeren Weg. Dies sollte schon einmal als wichtige Erkenntnis für eine etwaige Pkw-Maut notiert werden, denn allein durch Verbote lässt sich das Problem nicht lösen. Eines Tages sind die Autobahnen eben leer und es gibt eine Deutschland-Maut ... und eines Tages ist dann auch Deutschland leer.

Mai 2005

Steuern die uns steuern

Die Tabaksteuer ist mit einem jährlichen Steueraufkommen von etwa 14 Milliarden Euro die zweitwichtigste Verbrauchssteuer in Deutschland. Nach den Anschlägen am 11. September 2001 sollten vor allem die Raucher "für den Frieden und die innere Sicherheit" noch tiefer in die Tasche greifen. Weitere Tabaksteuererhöhungen sollten die Löcher bei den Krankenkassen stopfen. Offiziell sollten die Verbraucher dazu bewegt werden, durch die Steueranhebung weniger zu rauchen und auf eine gesunde Lebensweise umsteigen. Es passierte Weder noch. Nach Angaben des Finanzministeriums ging der Konsum versteuerter Zigaretten 2004 um knapp 16 Prozent zurück, während der Feinschnittverbrauch um 30 Prozent zunahm und die Zigaretten stangenweise zunehmend in den Nachbarländern gekauft werden. Doch schon im vergangenen Jahr lagen die Einnahmen aus der Tabaksteuer - nach den korrigierten Zahlen der Steuerschätzer - um 850 Millionen Euro zurück. Und da die Steuern die Bürger in der Tat steuern, dürfte es doch eigentlich unsere Politiker nicht verwundern, wenn die Verbraucher nach neuen Wegen suchen ...

April 2005

WILLI is back ...

Hallo Fans und Fenster,

der gute alte WILLI ist wieder zurück. Glaubt man der Werbung “versatel ist mit Spaß verbunden”, erfährt man die Zweideutigkeit dieses Slogans spätestens nach Abschluss eines DSL-Vertrages mit diesem Unternehmen. Nach einem viertel Jahr Wartezeit und den life-haftigen Erfahrungen, was das Unternehmen so unter Spaß versteht, hat man dann endlich DSL. Auch wenn dann erstmal die Telefonleitung tot ist - aber dieses Problem war dann immerhin nach einer Woche behoben. Inzwischen kam auch die erste Rechnung - volle Gebühr für alle nicht-erbrachten Leistungen inclusive. Aber man soll ja nicht klagen, andere Kunden erfahren nach solch einer Geduldsprobe, dass ein DSL-Anschluss in ihrem Einzugsbereich zur Zeit leider nicht möglich ist.
Was die ganze Sache komplizierter macht: Mit der Versatel-Aufschaltung ist es vorbei mit Call-by-Call und Call-By-Internet über eine PreSelect-Nummer. Sprich: Um während der DSL-losen Zeit ins Internet zu kommen, muss man auf die Versatel-Modemeinwahl zurückgreifen - macht 2 Cent/Minute zzgl. Grundgebühr! So kam es, wie es kommen musste, der WILLI verfiel dem Dornröschenschlaf. Jeglichem Enthusiasmus beraubt blieb willi4u so long auf der Strecke - sorry! Doch das Warten hat sich gelohnt, per DSL geht alles schneller. Sicher auch eine neue Chance für willi4u - denn jetzt wird alles aktueller. Glaubt Ihr nicht? Testet doch einfach mal das neue Kapitel “AKTUELL” ... viel Spaß mit willi4u!
Ihr & Euer WILLI

März 2005

Das Experiment ...

Agenda 2010 hat gegriffen. Die Bundesrepublik ist endlich schuldenfrei. Jeder der in Deutschland lebt, arbeitet, Geld bezieht oder abführt, hat eine Kombi-Chipkarte - ein fälschungssicherer Pass, Kranken- und Renten-Versicherungskarte, Führerschein - und über ihr wird der komplette Zahlungsverkehr abgewickelt - natürlich bargeldlos. Das Finanzamt hat den totalen Überblick. Finanziert wurde diese Karte Anfang des 21. Jahrhunderts durch Mehreinnahmen aus der Tabaksteuer. Alle persönlichen Daten auf einer Karte - Schilys größter Clou, für ein sicheres Deutschland. Doch einen Haken hat auch diese Karte, mit der inzwischen der komplette Alltag abgewickelt wird. Ein bislang nicht lösbarer Programmierfehler in der zentralen Datenspeicherung macht die Karte für Nicht-Steuerzahler nahezu wertlos. Ein minimales Budget steht dem Kartenbesitzer monatlich nur noch zur Verfügung, medizinische Leistungen sind auf ein Minimum reduziert, die Erlaubnis zum Führen eines Fahrzeuges wird automatisch in ein Sozialtiket für öffentliche Verkehrsmittel gewandelt. Die so genannte “Kostenmanagement-Funktion” - einst für Sozialhilfeempfänger integriert - greift wider erwarten auch bei Politikern wie Pensionären, die ihre Einnahmen nicht versteuern. Zahlreiche Betroffene beschwerten sich in Zeitungsinterviews über die unzureichende medizinische Betreuung und den langen Wartezeiten in den Praxen. Einigen wurde schon der Zutritt in Hotels verwehrt und die ersten Kündigungsschreiben erreichten Villenbesitzer, die einst für die Regierung arbeiteten. Inzwischen sammeln tausende Betroffene Unterschriften für soziale Gerechtigkeit in Deutschland. Werden sie ihre eigene Agenda zu Fall bringen?

Februar 2005

Wer im Glashaus sitzt ...

... sollte nicht mit Steinen werfen. So scheint es doch mehr als anmaßend, wenn unser Bundeskanzler dem KarstadtQuelle-Konzern grobe Management-Fehler vorwirft. Kann doch die Regierung selbst nachweislich nicht mit dem Geld anderer Leute umgehen. Nur ein Bruchteil der Steuereinnahmen wird heute noch zweckgebunden eingesetzt. Der Löwenanteil reicht lediglich zur Tilgung der Zinsen der Staatsschulden. Eine Neuverschuldung, Geldumverteilung oder Anhebung der Steuereinnahmen ... das Zauberwort heißt Reformen. Vom Industie-Giganten bis hin zum Verbraucher - alle werden vom Staat ausgenommen, intensiver als es sich je ein Blutegel wagen würde. Und in der freien Marktwirtschaft? Sicher können ständig steigende Energiekosten, Ökosteuer und Mehrwertsteuer auf den Endverbraucher umgelegt werden - doch wer hier zu sehr an der Preisschraube dreht, verliert seine Abnehmer. Bei allen Kosten die ein Unternehmer von Berufsgenossenschaft bis Umsatzsteuer zu zahlen hat, muss unterm Strich mehr als die zu zahlenden Gewerbesteuer übrig bleiben, sonst dreht sich der Staat selbst den Hahn zu. Das nennt man Missmanagement im großen Stil.

Januar 2005

Mit dem Zweiten ...

Es tut sich was bei "WISO" im ZDF. Auf Befehl klatschende Zuschauer, Interview-Partner mit einer Sprechzeit von drei Sätzen - selbst wenn sich bei der Pflegeversicherung neue ungeahnte Abgründe auftun - und dem jeweils Gespräch abwürgenden Schlusssatz des Moderators "Herr ..., unsere Zeit ist abgelaufen ...". Der Informationsgehalt dieses über Jahre erfolgreichen Verbrauchermagazins ist stark geschwunden. Wie traurig auch das Fazit eines Beitrags sein mag, das Publikum klatscht brav und begeistert Beifall. Themen werden nur noch angeschnitten, der Zuschauer wird auf die Selbstrecherche verwiesen: Der halbstündige WISO-Chat im Internet mit einem Experten, der Faxabruf über eine 0190er Nummer für ausführliche Informationen auf vier Seiten gegen 0,62 Euro je Minute, die WISO-Monats-CD für - lese und staune - 10 Euro im Monat sowie kostspielige Software zwischen 20 und 40 Euro. Michael Opoczynski hat aus dem Verbrauchermagazin - finanziert aus GEZ-Gebühren - eine Vermarktungsshow in lukrativer Kooperation mit Arcor und dem Softwarehaus BUHL gestrickt, wie sie nicht besser in das Privatfernsehangebot passen könnte. Mit dem Zweiten sieht man besser ... mit PLUSMINUS von der ARD bekommt man jedoch die vollendet recherchierten Informationen, die man von einer Verbrauchersendung erwartet. Denn: Abschalten könnt Ihr woanders.
Tschau, seriöses Zweites!

August 2004

Die neue BÜRGERinnitiative

Wenn doch unsere Politiker solch’ gesunden Ehrgeiz entwickeln könnten, wie es derzeit die favorisierenden Bürgerketten in Deutschland vormachen: Diese haben nämlich endlich erkannt, dass zur gesunden Ernährung mehr als nur Beef und Sesambrötchen gehören. Denn neben den schon länger im Programm befindlichen Salaten - deren Vielfalt mehrfach verbessert wurde - steht jetzt auch Hühnchen in Variationen, Frucht und Joghurt mit auf dem Speiseplan. Und da Ronald's Gang scheinbar endlich begriffen hat, dass die Bürger-Company von der anderen Straßenseite eine ernstzunehmende Konkurrenz ist, gibt es nun neben Spielzeug auch eine Spielshow bei McDonalds - Die 60-Sekunden-Wette! Der Systemgastronom verspricht die Bestellung seines Gastes innerhalb von 60 Sekunden komplett zu erfüllen - sonst gibt es eine Coke gratis! Natürlich gilt das Angebot nur im Restaurantverkauf und erst ab Nennung des zu zahlenden Betrages und nicht für Sonderwünsche. Aber immerhin. Bislang musste man ja regelmäßig auf seine Bürger warten, bei einem Royal Käse kam man schnell auf 15 Minuten Wartezeit und da kam es auch schon dann und wann vor, dass der Systemgastronom gar ganz vergessen hat dem Gast die Bestellung nachzureichen. Nachteil der Spielshow: Die Bürger stapeln sich nun im Warmhalteregal aus Edelstahl und pappen mehr denn je in ihren Kartons an. Nicht ohne Grund bleibt deshalb die Konkurrenz die wahre Nummer 1: Schneller, besser ... Bürger King. Denn hier sind auch Sonderwünsche möglich, die nicht auf dem bunten Kassenfeld zu finden sind. Und: "Bitte, danke, guten Appetit!" ist beim King eine Selbstverständlichkeit. Mahlzeit!

Juli 2004

Des Rentners letztes Hemd

"Nur ein toter Rentner ist ein guter Rentner!" lese ich auf einem Transparent einer Rentner-Demo. Schockierend, beschämend. Vor 20 Jahren versprach Norbert "Die Rente ist sicher!" Sicher meinte er damit die eigene und die seiner Amtskollegen. Heute wird schon darüber nachgedacht, aus der ach wie tollen Riester-Rente eine Pflichtversicherung zu machen. Haben wir nicht schon eine Rentenpflichtversicherung?! Warum in einen zweiten Topf einzahlen, weil der erste keinen Boden hat? In meinen Augen lässt jeder Politiker, der nach einer weiteren Pflichtversicherung schreit die eigenen Hosen runter: Die Politiker können nicht mit unserem Geld umgehen! Und warum soll nun die Riester-Rente so gut, so sicher, so wichtig sein? Warum zahlt der Staat für Kind und Kegel Bonus über Bonus, irgendwo muss das Geld ja herkommen - aus dem ersten Topf? Einst galt die freiwillige Zusatzrente, die Betriebsrentenversicherung, und die Lebens- bzw. die Kapitallebensversicherung als die Vorsorge schlecht weg. Inzwischen wissen wir, dass bei Auszahlung weitere Steuern und sogar Krankenversicherungsbeiträge fällig werden. Liebe Rentner, rollt Eure Transparente ein. Denn solange Ihr lebt, habt Ihr noch eine Stimme für die nächste Wahl!* (*Jeder zweite Bundesbürger ist über 47 Jahre.)

Juni 2004

Weniger Rente für Singles

Weil Singles keine Kinder in die Welt setzen sollen sie mehr Sozialbeiträge einzahlen und weniger rausbekommen? Es ist ja nichts neues, dass Vernunft in Deutschland bestraft wird. Aber wenn der Staat schon nicht seinen sozialen Verpflichtungen nachkommt - Lehrerstellen streicht, Kitas um 15 Uhr schließt und Jugendclubs abreißt -, sollte die Regierung aus den Paarungsritualien junger Menschen keine Pflichtveranstaltung machen. Dank politischer Inkompetenz ist der Nachwuchs zum Luxus geworden, der einen Volltimejob beider Elternteile eigentlich verbietet - möchte man nicht ein weiteres Graffiti schmierendes Skaterbalg auf den Straßen der Großstadt herumhängen sehen und wegen Vernachlässigung der elterlichen Aufsichtspflicht tagtäglich mit einem Bein im Gefängnis stehen. Es gibt ja wohl keine Pädagogen mehr, die als Vorbild menschliche Ideale vermitteln, sprich erzieherisch tätig sind, wenn die Eltern die Steuern, Sozialversicherungs- und Rentenbeiträge verdienen gehen, von denen die Politiker letztlich nicht einmal ein Notprogramm eines demokratischen Staates fahren können, weil mit dem Geld Staatsschulden und Diäten verantwortungsloser Theoretiker finanziert werden müssen. Weniger Rente für Singles - auch ohne weitere Auflagen des Staates wird für die Rentner von morgen kaum mehr als das Existenzminimum bezahlbar bleiben.

März 2004

Macht Dich Geiz geil?

Während man bei MediaMarkt und Saturn eine Tiefpreisgarantie bekommt die durchaus vom Fachgeschäft in der Nachbarschaft unterboten werden kann, scheinen die “von Mutter gedrückten Preise” weniger penetrant, wenn man die Werbestrategien der Kaufhausketten unter die Lupe nimmt. Denn bei Karstadt, Kaufhof & Co. regiert der Rotstift: Fiktive Preise werden rot gekreuzt und unterstreichen den nebenstehenden, sensationellen Sonderpreis. Ob nun Bauknechts Waschvollautomat für zwei Drittel unter der Unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) erhältlich ist, kann nur der Insider anzweifeln - bei Bauknecht gibt es gar keine UVP. Offensichtlicher sind dagegen die Auspreisung der Klamotten: Viele Preisschilder sind samt gekreuzter Preise frisch gedruckt - da staunt selbst der Laie - und der eine oder andere Kunde wundert sich, dass das T-Shirt-Paket im WSV 50 Prozent weniger - nämlich 7,50 Euro - kostet, als eine Woche zuvor. Naja, nicht wirklich. Denn die gekreuzten 15 Euro hat das Pack nie gekostet, zwei Wochen zuvor gab es das Angebot bereits für 7 Euro. Doch in der WSV-Euphorie fällt das nur wenigen auf, da sitzt das Geld locker. Doch jetzt, wo sich die Tore des letzten Winterschlussverkaufs geschlossen haben, besteht ganzjährig Betrugsgefahr für Schnäppchenjäger. Da juckt den Kaufhäusern auch die eine oder andere Anzeige wegen Wettbewerbsverstoßes nicht.

Februar 2004

Das Jahr der Reformen

Der Staat hat es endlich erkannt, die Bürger müssen mehr finanzielle Eigenverantwortung übernehmen. Die Subventionen müssen dringend gekürzt und zeitlich befristet werden, dies minimiert den Leistungsmissbrauch und entlastet die unzähligen Töpfe, in die der brave Arbeitnehmer Monat für Monat Sozialabgaben, Steuern und anderes Geld steckt. Doch wehe, es droht eine Nachzahlung weil man die Steuerklasse 2 als Alleinerziehender zu seinen Gunsten eingesetzt hat, obwohl schon seit Jahren zwei gutverdienende - natürlich nicht verheiratete - Personen in einem Haushalt leben. Oder man muss nun eine zumutbare Arbeit annehmen, weil sonst das Arbeitslosengeld sofort gestrichen wird. Auch ist man nicht bereit seine liebgewonnenen Stimmungsaufheller, Viagra & Co. künftig aus eigener Tasche zu bezahlen. Sicher die Reglementierungen nehmen in Deutschland Überhand und es scheint für den Ottonormalverbraucher unverständlich, plötzlich Eigenleistungen zu erbringen, die unzählige Nutznießer jahrelang missbraucht haben. Unverständlich wird die Sache allerdings auch für den sozial engagierten Bürger, der eine Leistungsreduzierung gegenüber dem Verbraucher begreift, die Verantwortlichen aber weiterhin Beitrags- und Steuergeldern verschleudern: Utopische Summen für Beraterverträge, unausgegorene Reformen, unsinnige Umbenennungen von Institutionen und fristlose Entlassungen von Ministern, die statt einer Strafanzeige eine sechsstellige Abfindung und eine monatliche Pension von 8000 Euro - vielleicht als Schweigegeld? - erhalten.

Januar 2004

Ein gesundes Neues!

Nach der weihnachtlichen Besinnlichkeit und den vielen Wünschen für das neue Jahr staunt man doch immer wieder wie schnell zwölf Monate vergehen. Der Jahreswechsel weckt in uns die Kraft für neue Ziele. Wie gern würde man doch aber für die neuen Herausforderungen auf die Hilfe von Menschen setzen, die man in den vergangenen Monaten und Jahren unterstützt und begleitet hat. Doch oftmals sind es unerklärliche Gründe, warum lieb gewonnene Menschen plötzlich aus unserem Alltag verschwunden sind. Soziale Veränderungen, Alltagsstress, keine Zeit - Argumente, warum der letzte Versuch der noch bestehenden Kommunikation von Brief, Telefon, SMS oder E-Mail unbeantwortet bleibt. Ist das soziale Miteinander, unsere Kommunikation am vertrocknen? Eine Science-Fiction-Serie prophezeite uns eine Entwicklung im 21. Jahrhundert, in dem jeder zu nehmen, aber nicht mehr zu geben bereit ist. Serienheld Stingray bot daher seine Hilfe zwar unentgeltlich an, aber mit dem Versprechen des Nutznießers, was immer es sei, eine Gegenleistung zu erbringen. Nunja, nun entwickeln sich auch in unserer Zeit, wo das Geld wieder zunehmend knapp wird, Tauschringe - jeder bietet sein Können an und profitiert vom Können anderer. Schade nur, dass dies bei Vertrauen, Liebe und Treue unter Freunden nicht mehr so einfach funktioniert. Und für alle die gern helfen, aber ungern geholfen werden: Stingray hilft, denn wahre Freunde erkennst Du erst in der Not.

November 2002

Deutsches BSP auf der Müllkippe

Der Wirtschaftsaufschwung wurde zur Chefsache gemacht - doch der hat keine Zeit. Das hört sich an wie ein fahrender Zug ohne Lokführer, der per Express auf das Abstellgleis zur Müllkippe rast. Die deutsche Politik gleicht einem geisteskranken Puppentheater. Die “Spitzenkräfte” sind nur noch damit beschäftigt die von sich verursachten Staatsschulden zu begleichen. Um in unserer Landessprache zu sprechen: “Das Volk mehr als nur einmal über den Nuckel zu ziehen.” Die fachmännische Idiotie setzt dabei immer nur da an, wo der Rubel noch rollt ...
Ansatzpunkt ist schon seit Jahren eine Branche nach der anderen, die noch auf gesunden Füssen stand und vom Staat zum “Gemeinwohl” an den Tropf gebeten wurde: Der deutsche Mittelstand mit einem kaum vorstellbaren Wirtschaftsergebnis und unzähligen Arbeitsplätzen. Höhere Steuern, neues Arbeitsrecht, höhere Sozialabgaben - kaputtgespart. Die weltruhmheischende Industrie - hatte bisher das meiste Geld - gleiches Übel, Umweltsteuern, Verpackungssteuern und (für die die es gut meinten und sich noch leisten konnten) künftig wohl auch noch Steuern auf Spenden und Aktiengewinne: weniger Exporteinnahmen, weniger Marktwirtschaft weil sich immer mehr Firmen zusammenraufen müssen, weniger Arbeitsplätze. Der Handel zog das schwere Los durch abflauende Marktwirtschaft und abnehmende Liquidität in eigenen Reihen und unter den Kunden wegen staatlicher Schröpfung. Es wird nur noch gekauft, was gekauft werden muss und da das dem Politiker nicht mehr reicht bekommen nun auch viele lebensnotwendige Produkte - ja sogar das Wasser - die 16 Prozent Märchensteuer aufgedrückt. Weil das nicht reicht, die Leute aber zum Glück immer noch Krankheiten bekommen, entdecken Politiker hier neue Quellen: Rauf mit den Sozilabgaben, Daumen- schrauben für Ärzte, Krankenkassen und Pharmazeuten. Doch das Geld reicht noch lange nicht. Jetzt muss jeder Berufstätige, bereits von vorangegangenen Punkten mehr oder weniger stark betroffen, ein weiteres mal ran - mehr Sozialabgaben und der blanke Hohn: die Riester-Rente (weil die gesetzlichen Beiträge verschlust werden und Beamten und Politiker es nicht für nötig halten in den Topf einzuzahlen) für die eigene Vorsorge. Und wenn nicht jeder mitmacht wird das auch noch zur Pflicht! War da noch etwas? Unsere bislang sicherste Branche: Versicherungen und Banken. Die müssen jetzt natürlich auch ran. Bereits durch die skandalöse Wirtschaftspolitik gebeutelt, da viel auf diesen Sektor investiert, werden natürlich auch hier die Gürtel enger geschraubt - unfreiweillig natürlich: Namhafte Unternehmen wie Victoria, Hamburg Mannheimer oder Allianz mussten jetzt schon die Karten auf den Tisch legen. Folge Renditekorrektur um bis zu zwei Drittel und drastische Einschränkungen der einst zugesicherten Vertragsleistungen.
Wer es immer noch nicht begriffen haben sollte: wir alle sitzen in einem Boot - gerudert von der politischen Inkompetenz.

Oktober 2002

Schneeing in the Schneiing

Nicht auszudenken wie schnell uns der Schnee bis zum Hals steht, wenn so viele Kiepen herunterfallen, wie es im Sommer geeimert hat. Bereits Mitte Oktober wird es bundesweit mindestens schon einmal geflockt haben. Die Wildfrüchte sind schon alle vom Ast und die Waldtiere haben bereits mächtig gehortet. Wenn man die alten Bauernweisheiten für voll nimmt, ist dies ein sicheres Zeichen für einen nahenden klirrigen Winter. Auch sagt man, dass hundert Tage nach dem ersten Sommernebel Schneefall angesagt ist ...
Die Klimaforscher werden bald wieder am runden Tisch sitzen und die Ecken rausbeißen. Sich fragen, was wir nur verkehrt gemacht haben. Hat es doch bereits im vergangenen Jahr streckenweise heftig geschneit. Trotz modernster Technik sind einige Züge der Bahn im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke geblieben, mehrere Tage. Nunja, dieses Jahr wird alles anders, noch heftiger. Aber ob dies mit unserer oberflächlichen Beziehung zur Mutter Erde zusammen hängt?
Wer vermag dazu eine definitive Aussage zu treffen? Schön wäre es einerseits, wenn die vielen Umweltsünder diesem Glauben ernsthaft verfallen und etwas sinniger mit unserem irdischen Potential umgehen könnten. Doch in aller Regelmäßigkeit gibt es nun mal Hitzewellen und Kältewellen. Die dafür verantwortlichen Strömungen rund um unseren Globus handhaben dies schon mindestens seit Aufzeichnung der Wetterdaten so. Vielleicht haben auch nukleare Tests etwas damit zu tun? Doch nicht einmal dies würde Amerika von einem neuen Krieg gegen den Irak abhalten - und der hätte es in sich. Machen wir doch eine kurze Zeitreise durch die Wetteraufzeichnungen. Als sehr strenge Winter bezeichnet man Jahre mit einer ermittelten Kältesumme über 360 (Summe der negativen Tagesmittel der Lufttemperatur zwischen November und März). Für den Berliner Raum galt dies für 1994/95, 1986/87, 1970/71, 1962/63, 1955/56, 1946/47, 1942/43, 1941/42, 1940/41, 1928/29 und 1921/22. Also zieht euch warm an!

September 2002

Der Griff zum rettenden Ast?

Stell Dir vor, Du unternimmst eine Abenteuerreise. All Deinen Besitz hälst Du am Leib. Du bist auf der Flucht vor fünf Raubkatzen: einer schwarzen, einer gelben, einer roten, einer dunkelroten und einer - naja sie würde gerne mit zu dieser Art gehören - grünen Raubkatze. Sie verfolgen Dich auf Schritt und Tritt, mal schnell und mal langsamer. Kein Land in Sicht, Wüste, Erschöpfung und Du siehst einen Baum. Das Wasser in diesem Land ist schon längst abgegraben, der Baum ist morsch, Du kletterst rauf und hast die Wahl vorm Fall: nach welchen morschen Ast würdest Du greifen, wenn Du weißst, es könnte jeder falsche sein?
Deutschland steht vor der Wahl! Sie wahr wahrlich nie so schwer wie im September 2002. Alle verfügbaren Äste, ehm Parteien, sind morsch, sehr morsch. Die großen Wahlversprechen hört man alle Jahre wieder: Steuersenkungen, mehr Jobs, sichere Renten und ein sozial gerechtes Gefüge. Die Deutschen haben sich über die Jahre einen Staat geschaffen, der maroder nicht sein könnte. Die Steuergelder werden für die Zinsen der Staatsverschuldung aufgefressen, für eine Schuldentilgung reicht das Geld nicht, weil über vier Millionen Arbeitslose, unzählige Sozialhilfe- Bedürftige und Nichtbedürftige und Politiker die Hand aufhalten. Es wird bis zum Brechreiz subventioniert. Holzmann, Kirch und Mobilcom sollen mit beachtlichen Finanzspritzen vor dem Ruin bewahrt werden - es könnten noch mehr Arbeitsplätze verloren gehen. Wenig später ist das Geld aufgebraucht und das Unternehmen doch am Ende: Insolvenz und Neufirmierung heißt jetzt die Unternehmensstrategie. Abfassen was abzufassen ist, weil der Staat nicht kontrollieren kann, wo das Geld wirklich hinfließt. Seriöse Unternehmen verlagern ihre Produktion in die Ostblock- Staaten, weil Sozial- und Steuerabgaben in Deutschland nicht mehr zu ertragen sind. Die abnehmende Zahl der deutschen Steuerzahler bleibt auf der Strecke.
Wir haben keine Wahl - der 22. September ist Entscheidung!

August 2002

Nach Ebbe kommt die Flut

So auch für Stadt und Land wegen “der Jahrhundertflut”. In den Kassen von Bund und Ländern ist es kaum anders, nur scheinen unsere Politikaspern nicht zu kapieren, dass eine Flut auch noch das letzte Geld aus den Kassen spült. Theoretisch müsste jeder privat versicherte Haushalt den Schaden von den Versicherungen ersetzt bekommen, die machen jedoch wieder nur dicke Backen. Theoretisch müssten Katastrophenschäden aus Rücklagen von Bund und Ländern abgesichert sein. Aber keiner kann sparen und jeder gesteht es für sich ein. Warum soll es bei dem Bürger anders sein. Eine rührend hohe Summe an privaten Spenden wurde für die Flutopfer gesammelt. Was würde zusammen kommen, wenn jeder Regierungsapostel auf eine Monatsgage verzichten würde?
Nein, der Ottonormalverbraucher wird wieder doppelt geschröpft: Jeder der finanziell in der Lage ist wird in irgendeiner Form schon eine Spende gegeben haben. Viele haben in Form von körperlicher Einsatzbereitschaft einen noch viel größeren Anteil an der Schadensminderung. Der Staat denkt jedoch wie immer nicht ans Sparen in den eigenen Reihen, die Steuerreform wird verschoben, was auch gut ohne die Flut nach den Wahlen zu gunsten der Arbeitsmarktstabilisierung passieren könnte, und so werden die sehr vielen Opfer ein weiteres Mal geschröpft. Anstatt “die Gunst der Stunde” zu nutzen, die zusammenwachsenden deutschen Völker sich ihren eigenen Wirtschaftsaufschwung finanzieren zu lassen - genug Arbeit ist entlang dem Hochwassergebiet für die nächsten zehn Jahre!
Die Kraft und der Wille sind da, die Subventionen würden nur wieder in falsche Hände gelangen. Aber Stoiber & Co. haben ja nichts besseres zu tun, als neben den Fluten in die Kamera zu glotzen, zu staunen und dumme Sprüche zu klopfen. Der ideale Wahlkampf. Aber Geld und Punzelkanzler sind nun mal nicht das entscheidende beim deutschen Volk!

Juli 2002

Neue Ausbildung: Berufspolitiker

Sollte man nicht zuerst die Politik revolutionieren bevor man sich an all die anderen wichtigen Aufgaben macht, die sehr ins Geld gehen und an denen nicht weiter gespart werden sollte? Das Geld ist da. Doch die Steuergelder gehen für Zinsen der Bundesschulden, die Amtsherren und ständige Umstruckturierungen in den Verwaltungen drauf. Bestehende Bauwerke werden abgerissen statt saniert, neue aufgebaut - es gibt ja private Investoren - bis diese geplant oder unter Zwang in den Ruin gehen und der Staat doch wieder die Zeche zahlt. Was ist mit Deutschland los - wie lange wird die scheinheilige Subventionspolitik noch funktionieren? Wie lange dürfen die Verantwortlichen ungestraft auf das falsche Pferd wetten? Jetzt dreht sich alles um Hartz - der Retter steht am Sta(a)rt und soll Schröders Wahlrunde ins Ziel helfen. Und in einem Jahr wird festgestellt, dass dieser Mann nichts um sonst gemacht hat und doch alles umsonst war? Solange Teenager selbstbewusster mit ihrem eigenen Geld umgehen als Politiker mit dem Staatsvermögen, sollte jeder angehende Politiker erfolgreich alle Semester der Betriebswirtschaft ablegen. Kein Job kann soviel Schaden durch Inkompetenz anrichten wie in der politischen Branche, nirgend wo in der freien Wirtschaft soviel Schabertanerie ungestraft vollbracht werden wie in der Politik! Wie wird die Haftungsfrage geklärt und wie kann es sein, dass es nach schlechter Arbeit auch noch eine satte Prämie auf Lebenszeit gibt? Vor jeder sozialen Revolution muss die Politik revolutioniert werden: Neue Regeln und neue Gesetze mit Gleichstellung aller.

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WILLI sagt ... ist die Kolumne des Onlineportals willi4u, die im Jahre 2004 die Rubrik “Ei des Monats” ablöste. Auf dieser Seite findet Ihr die gesammelten Werke, eine Auswahl der besten Kommentare seit bestehen dieser Kolumne.

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Auftakt ... der unterhaltsame Einstieg

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Was sagt Harald dazu?
Harald Schmidt gibt seine Gedanken nicht nur zu später Stunde in der ARD zum Besten. Die offizielle Website zu seiner Show bietet Eilmeldungen, News, Neuigkeiten von Harald Schmidt und Manuel Andrack.
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Deutschland geht es schlecht: die Arbeitslosigkeit steigt, die Wirtschaft stagniert, die Staatskassen sind leer. Schuld daran sind stets die anderen: Politiker, Manager, Gewerkschaften, Konzerne, Banken … Nur wir nicht. Wir warten. Denn um zu verändern, müssten wir etwas aufgeben: Denkgewohnheiten, Sicherheit, Besitz und Ansprüche. Provokant prangert Notker Wolf die deutschen Besitzstandswahrer an und zeigt, wie wir durch mehr Freiheit eine zukunftsorientierte Gesellschaft werden können.
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Quellennachweise: Buchtipp von Amazon.de • Die Texte beziehen sich auf Sachverhalte, wie sie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bestanden. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes werden nicht berücksichtigt. Die Beiträge dieser Seite spiegeln die Meinung von “Willi” wieder.

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